Dienstag, 4. November 2014

Unsere Wohnheimsvollversammlung vom 27.11.14



Am Dienstag, den 27. Oktober 2014 fand unsere Wohnheimsvollversammlung im Gemeinschaftsraum statt. Die 35 Anwesenden waren eine nette Truppe!
Eine tagesaktuelle Nachricht konnten die WohnheimssprecherInnen Christina, Katja und Alex von Herrn Kryzer überbringen: ab Mitte Dezember wird ein Sicherheitsdienst seine Patrouillen auch in INF 129 beginnen. Aufgabe ist das Durchsetzen der Hausordnung. Das beinhaltet das Freihalten von Fluchtwegen und die Nachtzeit von 22-7 Uhr. Beschwerden aus dem bald bezugsfertigen Nachbarhaus soll hier wohl vorgebeugt werden. Ermahnt der Sicherheitsdienst einen Bewohner zweimal zur Ruhe, kündigt nach Erfahrungen aus anderen Wohnheimen übrigens das Studierendenwerk den Mietvertrag. Auch mit Sicherheitsdienst gilt: Wer sich gestört fühlt, möge bitte weiterhin zuerst die Heimsprecher einbeziehen. Partys in den Wohnungen sind vorher anzukündigen. Wünschenswert schien uns ein Sicherheitsdienst, der des organisierten Fahrrad(teile)diebstahls Herr werden kann.
Einer (genauer: der Autor) schlug vor, nicht mehr benötigte Haushaltsgegenstände kurz zu fotografieren und in Facebook anzubieten. Bisher stehen sie stattdessen oft im Eingangsbereich im Erdgeschoss unschön im Weg herum, teils ungeputzt und mit Kaffeeresten. Durchsetzen kann er sich nicht. Das Teilen („sharen“) hat ja zugegeben enormen Erfolg. Der Umsatz ist beeindruckend!  Es kommt zum Kompromiss: Ein Schild soll  aufgehängt werden, wonach man die Sachen im Eingangsbereich bitte sauber und ordentlich (beispielsweise in Karton gesammelt) auslegen möge.
Unverändert rücksichtslos stellte sich das Bild der Lage draußen vor dem Wohnheim dar. Viele Fahrräder stehen im Ein- und Ausgangsbereich in der Flucht der Tür. Dabei ist die als Rettungsweg, Notausgang, zu Gunsten von Lieferungen und für unsere eingeschränkten, sehbehinderten Mitbewohner und Rollstuhlfahrer unbedingt freizuhalten.
Baulich tut sich was, stellten wir fest. Um das Schwesternwohnheim auf der Westseite herum ist eine Straße geteert worden. Ein Rettungsweg? Baustellenvorbereitung? Aufgrund des Baujahrs könnte bald der Abriss bevorstehen. Genaueres ist nicht bekannt. Erfreulich und sicher ist dagegen, dass im Erdgeschoss des Mathematicum-Neubaus ein Edeka einziehen wird. Und- hier brodelt die Gerüchteküche- direkt im Bau neben dem Wohnheim ein Supermarkt im Keller?

Wer Anregungen oder Fragen hat, nutze bitte gerne die Kommentarfunktion unten! Am Semesterende werden in einer weiteren Versammlung die Tutorenjobs neu vergeben werden.

-Tim Drees, Zimmer 1-6-4-

Dienstag, 28. Oktober 2014

Freizeitangebote WS 14/15



Das Studentenwerk Heidelberg hat seit diesem Semester einen neuen Namen nämlich Studierendenwerk, damit es geschlechergerecht ist.  Diese Umbennenung musste an alle acht Studentenwerke in Baden- Württemberg durchgeführt werden. Außerdem wurde die Webseite des Studierendenwerks neu gestaltet und die neuen Studenten bekommen Ausweise mit einem neuen Logo.  Die Anpassungen an den neuen Namen hat in Heidelberg ungefähr 50.000 Euro gekostet.
Manche Sachen haben sich aber nicht geändert: wie die regelmäßigen Veranstaltungen für Studenten, die jedes Semester stattfinden. Zum Beispiel gibt es immer montags um 20:00 Uhr Kinoabende im Marstallcafe. Der Eintritt kostet 2 Euro, ist also auf jeden Fall günstiger als ein normaler Besuch im Kino und die Filme sind relativ aktuell. Außerdem könnt ihr die Fußballtreffen vom Champions League und der Bundesliga live im Marstall und im Cafe Botanik in der Zentralmensa im Feld schauen. Sonntags könnt ihr natürlich ab 20:15 einen „Tatort“- Abend genießen. Am Mittwoch Abend versammeln sich Strickfans zum „Hello Knitty“ Stricktreff im Marstall. Also statt zuhause alleinevor dem Fernseher zu stricken, könnt ihr es zusammen mit anderen Studenten machen und neue Leute kennenlernen.
Einmal pro Monat macht die Zeughaus- Mensa für ein Sonntagsbrunch auf. Hier könnt ihr mit Freunden für einen sehr günstigen Preis frühstucken. Es gibt diverse süße und herzhafte Leckereien, die euch bestimmt gefallen werden. Der nächste Termin ist der 16. November. Weiterhin wird 2-3 mal pro Semester ein Flohmarkt von Studenten für Studenten organisiert. Der Nächste findet am 29. November 17:00- 22:00 Uht statt (der sog. Nachtflohmarkt). Hier findet man hauptsächlich Schmuck, Kleidung, Taschen, Schuhe und Bücher u.a. Wenn ihr selber einen Stand mieten und ungebrauchte Sachen verkaufen wollt, fängt die Anmeldung am 1. November an. Die E-Mail-Adresse dafür ist: pr@stw.uni-heidelberg.de
Last but not least: die berühmten Marstallpartys. Am 15. November ist eine Party mit DJ Marco und am 06. Dezember eine Nikolaus- Marstallparty.
Also, wenn ihr ausnahmsweise freie Zeit und Lust habt, könnt ihr diese Angebote nutzen.

Freitag, 18. Juli 2014

Wohnheimversammlung SS 2014



Am 18. Juli (Freitag) fand die letzte Wohnheimversammlung im Sommersemester 2014 statt. Es waren etwa 35 Wohnheimbewohner anwesend. In den folgenden Zeilen sind die wichtigsten an diesem Abend angesprochene Themen.

Als Erstes wurden die Wohnheimsprecher für das Wintersemester gewählt. Es gab fünf Kandidaten, wobei die alten Sprecher wieder gewählt wurden: David (4. FS Physik), Christina (Physik Master und Economics im 4. FS) und Katja (8. FS Zahnmedizin). Sie sind bei Problemen oder Fragen rund ums Wohnen ansprechbar und auf der Email- Adresse wh-sprecher-129@listserv.uni-heidelberg.de erreichbar. Die Heimsprecher vertreten die Interessen der Hausbewohner vor dem Studentenwerk und können bei Bedarf den Kontakt dazwischen herstellen. 

Der Kassenwart bleibt weiterhin Siegmund Schleiss. Der Kassenbericht sieht wie folgt aus: Kassenstand bei Übernahme war 445, 43 €. Für das Sommerfest vor einer Woche wurden insgesamt 180,20 € ausgegeben. Die Einnahmen betragen 50,00 € von den Neueinzügler-Spenden bzw. –Darlehen und 161,22 € von dem Sommerfest. Somit beträgt Semestergewinn: 31,02 €. Der aktuelle Kassenstand ist 476,45 €. Eventuell müssen noch ca. 30 Euro von Pfandrückgabe dazugerechnet werden. 

Als Nächstes wurden die restlichen Sonderaufgaben verteilt. Cezmi hat eine neue Wahlmethode vorgeschlagen, womit alle einverstanden waren: Jeder hat einen von den mit 1 bis 30 beschrifteten Zetteln gezogen und beginnend von Nummer eins durfte jeder der Reihenfolge nach eine Sonderaufgabe selbst wählen. Diejenigen, für die keine Aufgabe übrig geblieben ist oder die nicht anwesend waren, können Hausmeisteraufgaben machen. Unsere neuen Mitbewohnern sollten beachten, dass sie spätestens im dritten Semester eine Sonderaufgabe übernehmen müssen, um ihre Wohnzeit nach dem vierten Wohnsemester verlängern zu müssen. Diese werden am Ende des Semesters bei der Wohnheimversammlung vergeben. 

Weiterhin wurde der Zustand der Aufzüge besprochen. Der große funktioniert seit einigen Wochen nicht mehr und der kleine macht immer wieder Probleme, wobei letzte Woche mindestens drei Leute  steckengeblieben sind. Wenn es euch passieren sollte, müsst ihr den gelben Alarmknopf 10-15 Sek. lang drücken und warten, dass sich die zuständige Firma mit euch in Verbindung setzt. Falls es nicht klappen sollte, könnt ihr wiederholt länger auf die Taste drücken. Leider dauert es teilweise bis zu einer Stunde, bis die Mechaniker ankommen und helfen, deshalb wäre es sicherlich sinnvoll vorsichtshalber in nächster Zeit vor Prüfungen oder wichtigen Terminen die Treppen zu benutzen. Die Wohnheimsprecher haben vor, mit dem Studentenwerk über dieses Problem zu reden.

Ferner wurde darauf aufmerksam gemacht, dass manche Mitbewohner ihre Fahrräder zu nah am Eingang abstellen und den Weg versperren. Es wurde entschieden, dem Hausmestier vorzuschlagen, ungünstig abgestellte Fahrräder einzusammeln und zu sperren und gegen eine Gebühr zurückzugeben. Um noch einmal alen zu erinnern, bis wo das Parken erlaubt ist, wird ein neues Absperrband aufgehängt.

In diesem Zusammenhang wurde noch in wichtiges Problem angesprochen: in letzter Zeit werden gehäuft von Fahrrädern aus dem Fahrradkeller gestohlen. Der Hausmeister ist informiert, aber es ist nicht bekannt, ob eine Anzeige erstattet wurde.

Freitag, 11. Juli 2014

Heidelbergs kulinarische Schätze... die Tipps für Neuheidelberger

Heidelberg ist vielleicht nicht besonders groß, hat aber kulinarisch trotzdem einiges mehr zu bieten als die Unimensen. Es folgen meine persönlichen Tipps für die besten Ecken in Heidelbergs - manche sicherlich schon den meisten bekannt, andere vielleicht noch nicht. ;)

Pizza
Wer liebt sie nicht, die vielleicht beste Erfindung der Italiener? Trotzdem hat es lange gedauert, bis ich in Heidelberg die Pizzeria meines Vertrauens gefunden habe:
Leicht versteckt in der Dreikönigstraße 35, einer Querstraße zur Hauptstraße, in der Nähe der Neuen Uni, befindet sich Alfredo Osteria. Ein Besuch hier lohnt sich wirklich immer - es gibt original italienische Pizza zu studentenfreundlichen Preisen. Dazu gibt es noch das passende italienische Ambiente. Ein typischer Italiener, bei dem man unbedingt mal gewesen sein sollte! Zu beachten ist aber, dass montags Ruhetag ist.
Auch in der Pasta Bar (Neugasse 21) gibt es immer sehr gute Pizza - und natürlich auch Pasta. Besonders empfehlenswert ist das günstige Pizzamenü mit einem Salat und einem Pizzastück, das so groß ist, dass man davon satter wird als von so mancher ganzer Pizza.

Wer es lieber amerikanisch angehaucht mag, kann natürlich auch auf den Pizzahut in der Hauptstraße zurückgreifen. Und wen schließlich des Öfteren nachts der Hunger packt, der kann auch zu Stuzzico in der Kettengasse 1 gehen (Altstadt, in der selben Straße wie die Tangente). Diese Pizzeria hat erst ab 18 Uhr geöffnet, dafür allerdings dienstags bis donnerstags bis 4 Uhr nachts und freitags sogar bis 6 Uhr. Sehr zu empfehlen, wenn man nach Kneipentour oder Clubabend sonst überall vor verschlossenen Türen steht - und sie schmeckt sogar sehr gut! 

Burger
Man kann nicht sagen, dass Heidelberg zu wenig Gelegenheiten bietet, um leckere Burger zu essen - ganz im Gegenteil. Daher hier nur die Highlights:

Ganz neu zu uns gekommen ist "Die Kuh die lacht", direkt am Uniplatz. Vorher war mir dieser Burgerladen nur aus Frankfurt bekannt, wo er sich auch größter Beliebtheit erfreut. Die Portionen sind zwar nicht riesig, haben es dafür aber in sich. Wenn man drinnen sitzt, kann man sehen, wie die Burger zubereitet werden und sich damit das Warten versüßen. Es gibt viele verschiedene Burger und zusätzlich Saisonangebote. Zu empfehlen ist auch die hausgemachte Limonade!

Auch noch nicht so lange gibt es hier das"mahlzeit" im Carré, direkt am Adenauerplatz. Dieser kleine, aber feine Imbiss legt sehr viel Wert auf die hohe Qualität der Produkte - und das schmeckt man auch! Wer also sein schlechtes Gewissen beim Essen von Fastfood beruhigen möchte, ist hier nicht falsch. Es handelt sich übrigens nicht um einen reinen Burgerladen, sondern es wird z.B. auch Bratwurst serviert. Die Preise sind hier sehr studentenfreundlich

Zu guter letzt sind auch die Burger im Extrablatt auf der Hauptstraße zu empfehlen.

Sushi
Schön gelegen und immer wieder sehr lecker ist Same Same direkt an der Alten Brücke (Steingasse 3). Wenn man sich also mal etwas gönnen möchte, ist man hier richtig.
Auch das Sakura gleich in der Nähe vom Bismarckplatz (Bergheimerstr. 7) ist allein für sein ganz besonderes Ambiente und natürlich für das wirklich sehr gute Essen immer einen Besuch wert.

... und wenn ich mich nicht entscheiden kann?
Wenn ihr lieber spontan entscheiden wollt, was es zu essen gibt, oder euch mit euren Freunden nicht einig werdet, gibt es Orte, die sich genau dafür eignen.
Die erste Wahl wäre für mich immer das Extrablatt - gleich zweimal auf der Hauptstraße (53 und 162) vertreten, gibt es hier so ziemlich alles, was das Herz begehrt: Suppen, Wraps, Pizza, Burger, Pasta, Schnitzel und kleinere Pick & Dip -Gerichte... hier sollte für jeden etwas dabei sein. Ob Frühstücksbuffet, Mittagessen oder abendliches Bierchen mit kleinen Snacks - mit dem Extrablatt macht man wirklich nie etwas falsch.

Sehr versteckt, aber ein kleines Juwel ist Walters Feinkost (Neugasse 7, in der selben Straße wie die Pasta Bar, in der Nähe vom Penny). Man läuft leicht daran vorbei, da dieser Laden von vorne wie ein Obst- und Gemüseladen aussieht. Das trifft zwar zu, geht man allerdings rein, findet man weit mehr - nämlich einen wirklich günstigen und sehr leckeren Imbiss. Hier werden täglich Suppen und Eintöpfe mit einem Stück hausgemachten Baguette zu sehr niedrigen Preisen angeboten. Auch die Gnocci und Maultaschen mit unterschiedlichen Soßen in drei verschiedenen Größen lohnen sich sehr! Hier wird alles selbst gemacht und das schmeckt man auch. Zu beachten ist, dass es hier nicht viele Sitzplätze gibt, weshalb sich das Walters eher für ein schnelles, aber gesundes und schmackhaftes Mittagessen eignet.

...und zum Nachtisch?
Wer noch Platz im Magen hat, findet sicher in einem der vielen Cafés oder im Sommer bei den zahlreichen Eisdielen in Heidelberg etwas.
Besonders hervorheben möchte ich aber die meiner Meinung beste Eisdiele Heidelbergs: den Schmelzpunkt (Hauptstr. 90). Ein Paradies für alle Eisliebhaber - das Eis ist jeden Cent wert. Es wird ohne Farb-/ Konservierungsstoffe oder sonstige künstlichen Zusätze jeden Tag frisch hergestellt, weshalb die Eissorten (die allein schon eine Spezialität sind) von Tag zu Tag variieren. Zu empfehlen sind hier zusätzlich auch die hausgemachten belgischen Waffeln.

Guten Appetit :)



Sonntag, 15. Juni 2014

Naturheilverfahren Teil I



Die Tatsache, dass es im Medizinstudium eine Prüfung über Naturheilverfahren gibt, überrascht und verwundert viele. Ist sowas nicht ein Blödsinn? Wie können Sachen, die nicht wirklich wissenschaftlich bewiesen sind, an der Uni unterrichtet und sogar geprüft werden?
Die meisten Medizinstudenten selbst sind, was Komplementärmedizin angeht, sehr skeptisch und machen sich oft lustig über die Behauptungen, dass natürlche Heilmittel manchmal sogar eine bessere Symptomlinderung als die „tollen“ Medikamente der modernen schulischen Medizin liefern können. Allerdings, wenn man krank ist und die konventionellen Arzneimittel bisher nicht geholfen haben, spricht nichts dagegen alternative Möglichkeiten zu suchen. Dabei muss man natürlich beachten, dass diese dem Körper keine zusätzlichen Schaden anrichten. In der Regel können aber Naturheilverfahren nur geringe Nebenwirkungen und Risiken haben und zwar sehr selten. Einige Behandlungen sind durchaus evidenzbasiert und damit wissenschaftlich anerkannt.
Was versteht man unter Naturheilverfahren? Es gibt keine einnheitliche und allgemeingültige Definition, aber die beiden wichtigsten sind: „Therapien, die aus der Natur stammen, wie beispielsweise Wärme, Kälte, Pflanzenzubereitungen u. a. (»Naturheilmittel« )“ und/oder solche, „die im Körper natürliche Reaktionen auslösen oder fördern, die ihrerseits Krankheiten heilen oder Krankheitssymptome lindern können (»natürliche Therapie«)“ (Gutenbrunner, Glaesener: „Rehabilitation, physikalische Medizin und Naturheilverfahren“, S. 220, Springer Verlag).
Die fünf Säulen der klassischen Naturheilverfahren, die dem Therapiekonzept nach Kneipp entsprechen, sind:
1)      Hydrotherapie: Anwendung von (Heil-, Mineral-)wasser
2)      Diätetik: Unterstützung der Behandlung durch gesunde Ernährung
3)      Phytotherapie: Einsatz von Pflanzenwirkstoffen
4)      Bewegungstherapie
5)      Ordnungstherapie: einhalten von gesunfheitsfördernen Verhaltens- und Lebensweisen
Das Heilwasser hat einen Arzneimittelstatus und unterliegt dem Arzneimittelgesetz. Aus diesem Grund muss das Etikett Information über ihr Zusamensetzung (z.B. Mineralisation), Indikation, Kontraindikation und Nebenwirkungen enthalten.  Heilwasser wird bei Störungen in den Bereichen: Magen-Darm-Trakt, Niere und Harntrakt, Stoffwechsel und Minterallstoffmangel angewendet. Die Balneo-Photo-Therapie mit Minerallwasser wird bei Psoriasis (entzündliche Hautkrankheit) sogar von den gesetzlichen Krankenversicherung übernommen, da sie im Vergleich zur trockenen UV- Therapie 4,5-mal wirksamer ist.
Die Hydrotherapie ist ein anerkanntes Verfahren der physikalischen Therapie und der klassischen Naturheilverfahren, das Wasseranwendung in jedem Aggregatzustand beinhaltet.  Dazu gehören Güsse, Kompressen/Wickel, Bäder und Inhalation. Wichtigste Prinzipien der Hydrotherapie:
1)      Wärme:
a.      Wirkung: Muskelentspannung, Schmerzlinderung, Durchblutungssteigerung und Verdauungsförderung
b.      Kontraindikationen (Gegenanzeigen): akute entzündliche Prozesse, Kreislaufprobleme
Vorsicht: Kreislaufbelastung bei großflächiger langer Wärmeanwendung (Vollbäder, Ganzkörperwickel, Sauna)
2)      Kälte:
a.      Wirkung: Schmerzlinderung, Abschwellung, Entzündungshemmung, Blutungsstillung
b.      Kontraindikationen: arterielle Durchblutungsstörungen, Kreislaufinsuffizienz
Vorsicht: Kreislaufbelastung/Erfrierungsgefahr bei großflächiger langer Kälteanwendung
Anwendungen:
·         warmes Armbad bei Einschlafproblemen: 15 Minuten lang beide Arme in warmes Wasser (35-38°C) tauchen und danach abtrocknen
·         kaltes Armbad zur Erhöhung der Konzentration (z.B. beim Lernen): Arme kurz (10 sec.) ind kaltes Wasser (20-25°) halten, mit rauem Tuch trocken reiben
·         Wechselbäder/-güsse bei Krampfadern: Wechsel von kaltem und warmem Wasser kurbelt das Immunsystem an und trainiert das Gefäßsystem
·         Aufsteigendes Armbad nach Hauffe bei Durchblutungsstörung der Füße, Gelenkerkrankungen: im Sitzen beide Arme in 35°C warmes Wasser legen, allmähliches Zugießen von heißem Wasser in 2-3 min. Abständen bis 41°C erreicht werden. Dauer: 15-20 Min. Wichtig: abschließend kalter Abguss
Kontraindikation: Lymphödem des Armes, akute Gelenkentzündung
Vorsicht: der Blutdruck kann sehr schnell sinken, deshalb bei plötzlich auftretendem Schweißausbruch, sofort die Anwendung abbrechen!
Die durchblutungsfördernde, entspannende und entkrampfende Wirkung der Thermotherapie ist jedem bekannt, deshalb greifen viele bei Bauchschmerzen (u.a. Menstruationsbeschwerden) und Muskelverspannungen sofort zu  Körnerkissen oder Moorkompressen. Dabei muss man aber beachten, dass bei Entzündung die Wärme streng kontraindiziert ist! Also nicht bei jedem Schmerz, vor allem wenn die Ursache unbekannt ist, automatisch die Wärmeflasche auf den Bauch legen.
Weiterhin kann man bei Gelenkschmerzen, Verstauchungen und Prellungen kalten Quark oder Kohlwickel für ca. 20 Minuten anwenden. Für akuten Ohrenschmerzen wegen Ohrenentzündung oder bei Nasennebenhöhlenentzündung können warme Zwiebelsäckchen helfen. Zweiebeln enthalten den Wirkstoff Isoallicin (im Knoblauch: Allicin), der in vitro antibakteriell, antiviral, fungizid und entzündungshemmend wirkt.
Die wichtigsten Regeln sind:
1.      Eine Stunde vor/nach Mahlzeit keine Wasseranwendung
2.      Kälte nur am warmen Körper anwenden (d.h. Fieber, aber kalte Füße: keine kalte Kompresse!).
3.      Je kälter das Wasser, umso kürzer die Anwendung.
4.      Entzündliche Prozesse kalt, chronische Prozesse warm behandeln.
Wissenschaftliche Evidenz
Wie bereits erwähnt gibt es für die Wirkung von einigen alternativen Therapieverfahren wissenschaftliche Hinweise. Zum Beispiel wurden signifikant positive Effekte von Yoga auf Epilepsie, Prämenstruelles Syndrom, Depression, Schlafstörungen und chronische Lumbalschmerzen in mehreren Studien nachgeweisen. Weiterhin hat man gesehen, dass Phytotherapie mit mehr als fünf Tassen grünes Tee am Tag den Cholesterinspiegel im Blut signifikant senken und sich sehr positiv auf den Verlauf des Prostatakarzinoms auswirken. Wie vielen bekannt, können bei grippalen Infekten Dampf- Inhalationen mit Meeressalz oder Kamille helfen.
Im nächsten Teil erwarten euch mehr interessante Informationen über pflanzliche Arzneimittel und ihre Anwendung.

Donnerstag, 29. Mai 2014

Public Viewing in Heidelberg

Heute in zwei Wochen beginnt die Fußball-WM 2014 in Brasilien! 

Im Vorfeld wurde sehr viel diskutiert - zum Beispiel über die Bedingungen im Gastgeberland Brasilien: Viele Brasilianer sehen die WM sehr kritisch und nutzen die verstärkte mediale Aufmerksamkeit, um auf Missstände in ihrer Heimat aufmerksam zu machen.

Je näher die WM aber rückt, desto eher beschäftigen praktische Fragen die meisten Fußballfans hier in Deutschland. In erster Linie ist das bei dieser WM die Nachtruhe: Durch die Zeitverschiebung werden bei uns mehr als die Hälfte der 64 Spiele erst nach 22 Uhr übertragen. Wer sich Fußballspiele sowieso am liebsten Zuhause anschaut, wird davon nicht betroffen sein, Public Viewing - Fans allerdings sahen sich schon verzweifelt gegen Bestimmungen zum Lärmschutz kämpfen. Ein Sonderbeschluss der Bundesregierung sorgte jedoch bald für Erleichterung - für die Dauer der WM wird es bei uns eine Lockerung der Lärmschutzbestimmungen geben. Wir müssen also auch dieses Jahr nicht auf Public Viewing mit Freunden verzichten und können uns (hoffentlich) gemeinsam über die Erfolge unserer Nationalmannschaft freuen.

Hier in Heidelberg wird es drei große Locations geben, die ihre Türen für ein Public Viewing öffnen werden.

Der Heidelgarden
Auf dem Bild seht ihr, wie das Public Viewing zur WM 2010 im Heidelgarden aussah - hoffentlich haben wir dieses Jahr ähnlich gutes Wetter und vor allem Grund zur Freude.
Das Heidelbeach/Heidelgarden ist ein Beachclub in der Tiergartenstr. 13, direkt neben dem Tiergartenschwimmbad. Während der WM werden hier die wichtigsten Spiele auf einer 15 m² großen Leinwand übertragen, es sollen 5000-8000 Fußballfans Platz finden. Der Eintritt ist frei, allerdings muss ein Euro Sicherheitsabgabe für die Security gezahlt werden.

Der Marstall

Alle kennen ihn, alle lieben ihn - der Marstall! Auch dieses Jahr organisiert das Studentenwerk Heidelberg wieder eine Studi-Fan-Meile im Marstallhof. Hier gibt es mehrere hundert Plätze und die Spiele werden auf einer großen LED-Leinwand gezeigt.

Halle 02

Last, but not least, können wir auch in der Halle 02 Fußball schauen. Die Halle befindet sich in der Nähe vom Hauptbahnhof (Bahnstadt), Zollhofgarten 2. Es wird Veranstaltungen zum Eröffnungsspiel, zu sämtlichen Spielen der deutschen Nationalmannschaft und zur Finalrunde geben. Hier ist der Eintritt frei, genauere Infos findet ihr auf der Website der Halle 02: http://www.halle02.de/programm/alle-events.html

Auch  für diejenigen, die es etwas gemütlicher, aber  dann doch nicht alleine mögen, gibt es hier in Heidelberg etwas: Viele unserer Kneipen und Bars, z.B. das O'Reilly's, übertragen nach guter Tradition die meisten Spiele.

Donnerstag, 17. April 2014

Millionenstadt



Eine einzigartige Lage auf zwei Kontinenten, 2600-jährige Geschichte und 14 Millionen Einwohner. Byzantion, Konstantinopel oder Istanbul - egal wie man sie nennt, eins ist sicher: diese Stadt ist einem Besuch wert!
Istanbul ist das Herz der Türkei. Das Stadtgebiet erstreckt sich auf beiden Seiten des Bosporus, die Meerenge zwischen Mittelmeer und Schwarzem Meer.  Die besondere Atmosphäre dieser Metropole ist auf die Spuren, die Griechen, Römer, Byzantiner und Osmanen auf die Architektur und die Kultur hinterlassen haben, zurückzuführen.  Im Jahr 2010 wurde Istanbul zur europäischen Kulturhauptstadt gewählt und gehört zur Weltkulturerbe der UNESCO



Vor zwei Monaten hatte ich das Glück die Stadt wieder zu besuchen. Jedoch dieses mal habe ich mich entschieden, mehr zu machen, als Verwandten zu besuchen und bis zur Erschöpfung  in den Einkaufszentren herumzulaufen. Shoppen in Istanbul lohnt sich: viel Auswahl zum guten Preis. Aber es gibt viel mehr zum Sehen und zum Erleben.
Als Erste auf der Liste stehen natürlich die Hagia Sophia oder Sophienkirche in Eminönu, eine ehemalige byzantinische Kirche, spätere Moschee und heutiges Museum. Sie war 1000 Jahre lang die größte Kirche auf der Welt. Die Blaue Moschee (Sultan Ahmed) liegt genau gegenüber und ist für ihre sechs Minaretten und die blau-weißen Fliesen bekannt. Auf dem Platz neben der Moschee, noch Hippodrom genannt, befand sich die Pferderennbahn im antiken Konstantinopel und war zu byzantinischer Zeit Mittelpunkt des öffentlichen Lebens. Heute sieht man nur einige verbliebene Monumente: der ägyptische Obelisk, die Schlangensäule und die Konstantinsäule. Am nördlichen Ende des Platzes befindet sich der Deutsche Brunnen, den Kaiser Wilhelm II. in 1898 errichten ließ, da er von der Gastfreundschaftlichkeit in Istanbul beeindruck war.


In unmittelbarer Nähe befindet sich der Topkapı-Palast, der  jahrhundertelang der Wohn- und Regierungssitz der Sultane sowie das Verwaltungszentrum des Osmanischen Reichs war. Heutzutage ist er ein Museum und besitzt eine spektakuläre Sammlung von Jewelen, Gewändern, Waffen u.a. Vor allem die Schmuckstücke mit Edelsteinen sind umwerfend (jede Frau würde mir zustimmen)! Ich rate euch aber zunächst den Harem (das Wohnbereich der Frauen des Sultans) zu besichtigen, da er kürzere Öffnungszeiten hat und man muss am Eingang zusätzlich zahlen. Der Palast hat mehrere Höfe mit Gärten und Terassen. Er liegt am Meeresufer, wie die meisten Schlösse und Herrenhäuser hier, und hat einen herrliche Panoramasicht auf Istanbul.
Im Dolmabahce Palast auf der anderen Seite des Goldenen Horns am Ufer des Bosporus residierten alle osmanischen Herrscher ab 1856. Die Pracht dieses Schlosses wird euch sprachlos zurücklassen:   14 Tonnen Gold wurden allein verwendet, um die Decken des Palastes zu vergolden. Die zentrale Halle wird durch den größten Kronleuchter der Welt dekoriert, ein Geschenk der Königin Victoria von Großbritannien. Der Palast weist den technisch modernsten Standard der damaligen Zeit auf. Er war von Anfang an mit Gasbeleuchtung und wassergespülten Toiletten ausgestattet. In anderen europäischen Palästen dieser Zeit war das nicht der Fall.



Weiterhin lohnt es sich einen Ausflug auf der größten der Prinzinseln im Marmarameer  - Büyükada zu machen, vor allem im Sommer. Die Insel ist ein beliebter Erholungsort der Bewohner von Istanbul, weil sie viel ruhiger als die Großstadt ist und nur eine kurze Fahrt mit dem Schiff von ihr entfernt. Hier darf man kein Auto fahren, man bewegt sich mit Pferdekutschen oder Fahrrädern fort. Charakteristisch für die Insel sind enge, steile Straßen mit Palmen auf beiden Seiten und schöne weißen Holzvillen.


Als Nächster Punkt sollte in ihrem Plan eine Bootsfahrt auf dem Bosporus stehen, bei der ihr alle osmanische Paläste auf der europäischen und asiatischen Küste sehen könnt. Dieses Erlebnis wird einer der Höhepunkte eures Aufenthaltes sein - garantiert! Die lange Fahrt dauert ca. sechs  Stunden, wobei man drei davon an der letzten Station, ein malerischer Fischerdorf in der Ortschaft „Anadolu Kavağı“, verbringt, damit man die Möglichkeit hat die Burgruine Yoros zu besichtigen.  Sie diente früher als Beobachtungs- und Verteidigungsposten am Bosporuseingang. Der Ausblick aufs Meer ist einmalig! 

Während ihr noch in Istanbul seid, solltet ihr nicht die Chance verpassen, das Miniatürk Open-Air-Museum zu besuchen. Mit einer Fläche von 60 000 m2 gehört der Freizeitpark zu den Größten der Welt. Hier sind 100 der berühmtesten Sehenswürdigkeiten aus verschiedenen Zeitepochen des Anatolischen Raumes als Miniaturmodellen im Maßstab 1:25 ausgestellt. Jedes Modell ist mit den kleinsten Datails dargestellt und durch einscannen der Eintrittskarte an einem Gerät, können die Besucher die Geschichte der Sehenswürdigkeit hören.  




Zum Schluss sollte man nicht vergessen, dass man ein fremdes Land nicht kennenlernen kann, ohne die einheimischen Gerichte zu probieren. Die türkische Küche  entwickelte sich durch Einflüsse des Mittelmeerraums und des Orients. Sie enthält viel frisches Gemüse, Lamm und Teiggerichte. Aromatische Gewürze geben den besonderen Geschmack. Von den Hauptgerichten sind meine Favoriten Iskender Kebap (dünn geschnittenes, auf Fladenbrot, Joghurt und Tomatensoße angerichtetes Lammfleisch), Gözleme  (mit würzigem Hackfleisch, Spinat, Frischkäse oder Kartoffel gefüllte Fladenbrote), Mantı  (kleine gefüllte Teigtäschchen, mit Joghurt und einer Buttersoße übergossen) und viele andere. Von den Desserts sollte man auf jeden Fall Sütlaç (Mılchreis), Tavuk Göğüsü (Vanillepudding mit Hühnerfleisch) und Künefe (mit Schafskäse gefüllte und Zuckersirup übergossene und mit Pistazien bestreute dünne Teigfäden (Kadayıf)) probieren. Diese Gerichte sind auf keinen Fall gesund, aber sündhaft lecker!
Viel Spaß in Istanbul!